Manchmal brauchen Autoren/Autorinnen nur eine ganz kurze Auszeit, abseits vom Alltag und Alltäglichkeiten, zum Aussteigen und Aufschreiben, der Worte in „progress“, die im täglichen Turnus unterzutauchen drohen und auf vernachlässigten Tastaturen nicht zu den Texten werden, die eigentlich längst ihre Leser*innen gefunden haben sollten. Darum wird der Literatur Quickie Verlag die Werktage zu Worttagen für Hamburger Autoren/Autorinnen machen und bietet in der Zeit von Mitte März bis Ende April drei zweiwöchige Arbeits- und Aufenthaltsstipendien in einem Bungalow in Karlshagen auf der Insel Usedom an.
Bewerben können sich alle und Hamburger Autoren/Autorinnen und aus dem Hamburger Umfeld. Und oder aber mit einem konkreten Bezug zu Hamburg. Wir bitten um kurze bio- und bibliografische Angaben, ein kurzes Exposé und eine maximal zehnseitige Leseprobe. Eine Lesung vor Ort ist zurzeit noch in Planung. Wir bieten allen eine Unkostenpauschale von 300 € für die Reise- und Speisekosten an. Einsendeschluss ist der 15.01.2026. Bewerbungen bitte an die Mail [email protected] schicken. Der Postweg sollte bitte nicht in Anspruch genommen werden.
Wir werden uns lediglich bei einer Zusage bei den ausgewählten Autoren/Autorinnen melden und bitten von Nachfragen abzusehen.
Art der Förderung: Aufenthaltsstipendium
Einsendeschluss/Bewerbungsfrist: 15.01.2026
Veranstalter/Veranstalterin: Literatur Quickie Verlag
Preisgeld (Gesamtsumme in EUR): 0.00 EUR
Teilnahmegebühr (EUR): 0.00 EUR
Thema: 14 Tage für Texte
Vergabe an: Alle
Art der Förderung: Aufenthaltsstipendium
Einsendeschluss/Bewerbungsfrist: 15.01.2026
Veranstalter/Veranstalterin: Literatur Quickie Verlag
Preisgeld (Gesamtsumme in EUR): 0.00 EUR
Teilnahmegebühr (EUR): 0.00 EUR
Thema: 14 Tage für Texte
Vergabe an: Alle
Teilnahmebeschränkungen: Die Absteige wendet sich ausschließlich an Hamburger Autoren/Autorinnen. Alle anderen Einsendungen können wir leider nicht berücksichtigen.
Genre/Kategorie: Belletristik, Erzählung, Geschichte, Kurzgeschichte, Heftroman, True Storys, Horror, Humor, Internet-tes, Krimi, Thriller, Lyrik, Novelle, Prosa, Kurzprosa, Sachbuch, Satire, Sonstiges, Texte (allgemein)
Besonderer Hinweis:
Die 3 Termine für die Textaufenthalte sind der 13.03.2026 - 27.03.2026, 27.03.2026 - 10.04.2026, 10.04.2026 - 24.04.2026
Kontaktmöglichkeit: [email protected]
Vergabeturnus: Jährlich
Ein Aufenthaltsstipendium ist wie das Schloss von Kafka, einen Ort den Autoren/Autorinnen aus Hamburg niemals erreichen oder erreichen können.
Ihr stammt halt nicht aus Hessen, Bayern oder Baden Württenberg, da wo die Aufenthaltsstipendien liegen, da wo ihr leben müsstet.
Ihr habt ein Alter erreicht, das euch von vielen Aufenthaltsstipendien ausschließt.
Ihr möchtet keiner Anwesenheitspflicht im Rahmen eines Aufenthaltsstipendium nachkommen.
Ihr wollt keine Aufgaben zur Textproduktion im Rahmen des Aufenthaltsstipendiums erfüllen.
Ihr habt weder acht noch zwölf Wochen Zeit für ein Aufenthaltsstipendium, da euer Alltag und eure Arbeit wenig und wenn, nur eine kurze Auszeit zulässt.
Diese kreative Auszeit zum Schreiben würden wir gerne mit einem Aufenthalt in unserem Bungalow auf der Insel Usedom unterstützen.
Die Unterkunft liegt direkt am Meer und auch direkt am Wald, ist 50 Quadratmeter groß und bietet die Ruhe, die das Schreiben braucht.
„Im März 2025 hatte ich das Vergnügen, der erste Autor der neuen Autorenabsteige Usedom zu sein. Für zwei Wochen in Karlshagen in einem Strandbungalow untergebracht, schrieb ich am Tisch an meiner Sammlung Das Regen. Ein langsamer Text, dem die Langsamkeit des Ortes, seine Entfernungen, der nahe Strand, die fast wuchtige Weite der Ostsee an der Stelle zugutekamen. Ein Fahrrad gab es nicht, da ich kein Auto habe, war ich auf Spaziergänge angewiesen. Regelmäßig um die späte Mittagszeit, wenn die Sonne plötzlich durch den Küstenwald auf den Schreibtisch knallte, war es für mich soweit, ein bisschen rauszugehen, ein paar Besorgungen zu erledigen, um abends auszuchillen, literarische Büroarbeit zu fertigen, den nächsten Tag zu skizzieren.
Zwei Wochen ist der exakt richtige Rahmen, um hier zu arbeiten. Ich kann nicht beurteilen, wie in der Saison bei relativ enger Nachbarschaft das Schreiben in der Absteige funktioniert, für mich, der kurz vor Beginn der Saison bei relativ kaltem Wetter eingetroffen ist, war es perfekt. Usedom ist eine besondere Landschaft, die derart im Kontrast zu Hamburg steht, dass sich der Blick aufs eigene Schreiben und Arbeiten sofort verändert. Meine An- und Abreise verlief völlig unkompliziert mit der Bahn, ich war nach wenigen Stunden in meinem Element, ich saß viel konzentrierter und natürlich zeitintensiver an meinen Texten, als das in Hamburg möglich gewesen wäre. Dadurch, dass Karlshagen nicht das Barparadies der Insel ist, war ich auch nicht in Versuchung, mir die Abende um die Ohren zu schlagen, sondern eher für mich in Reichweite Laptop, Text, Internet zu agieren. Selbst zu kochen, mit einem gut ausgestatten Edeka in der Spaziernähe, ist ebenfalls perfekt, um unabhängig im vollkommen eigenen Zeitplan sich zu versorgen.
An dieser Stelle bedankt sich Autor & Das Regen für die Unterstützung der Arbeit durch die Autorenabsteige Usedom, die ich allen empfehlen möchte nach meinen jetzigen Erfahrungen."
„… hier kommen ein paar Eindrücke von der "Autorenabsteige", die ich bewohnen durfte. Unterkunft und Umgebung haben meine Erwartungen noch übertroffen, das Innere des Bungalows und sein Standort, alles wirkt so liebevoll ausgewählt. Und das Stipendium füllt eine wichtige Nische, die bisher nicht besetzt war. Der Aufenthalt ist sowohl kurz als auch lang genug, um in einem gut gefüllten Alltag überschaubare Projekte fertigstellen zu können. Ich konnte die Erzählung schreiben, die ich mir vorgenommen hatte, und noch ein bisschen Feinschliff an anderen Texten vornehmen. Der Zeitraum in der Vorsaison war ideal - das hat die nötige Ruhe gewährleistet, die bei einer Stipendiendauer von zwei Wochen wichtig ist. Die Terrasse mit dem Blick in die Bäume, kurz vorm Sonnenuntergang, wenn es still wurde. Immer wieder spontan aus der Tür zu gehen und sofort am Wasser zu sein, immer dann, wenn der Kopf frei werden wollte. Manchmal hatte ich den Strand fast ganz für mich allein. Ein älterer Mann saß dort abends gerne im Sand und schrieb unermüdlich in ein Heft. Ich habe ihn nie aufblicken sehen, er wollte das Meer nur hören. Er wirkte so konzentriert, dass ich mich nicht getraut habe, ihn zu stören. Vielleicht hast du ihn auch schon gesehen. Ich habe mir vorgestellt, dass er Briefe schreibt, die er danach an zufällig ausgewählte fremde Personen schickt, deren Adressen er von Klingelschildern oder Schwarzen Brettern nimmt. Ich glaube, das Internet mag er nicht besonders.
Danke, dass ihr diesen gemütlichen Bungalow in einer so inspirierenden Umgebung zur Verfügung stellt! Ich hoffe, dass noch viele weitere Autorinnen und Autoren mit Vollzeit-Brotjob oder familiären Verpflichtungen, die sich wie ich lange Zeit nicht um Aufenthaltsstipendien beworben haben, dort die für ihre Lebenssituation passende Schreib-Auszeit finden."
„Zunächst einmal möchte ich mich für das S8pendium an sich bedanken.
Für mich als Mutter sind Residenzen, sofern sie keine Kinderbetreuung vor Ort anbieten,nur dann nutzbar, wenn sie nicht länger als zwei Wochen andauern. Insofern spreche ich für alle Menschen, die Kinder oder andere Angehörige pflegen, wenn ich sage: Dankefür diese Möglichkeit!
Der Bungalow mit seiner direkten Strand- und Dünenwaldlage war perfekt. So konnte
ich mehrfach am Tag kurz vor die Tür, den Kopf frei und andere Bilder vor die Augen
bekommen. Das hat mein Schreiben gut belüQet.
Zugleich ist der Ort Karlshagen so klein und überschaubar, dass einen nichts von der
Arbeit ablenkt. Alles, was man braucht (Supermarkt, Bäckerei etc.), ist vor Ort.
Der Bungalow hat eine gute Größe für eine schreibende Person. Er ist gut eingerichtet, die Küche ist funktional ausgestattet, die Atmosphäre ist hell.
Frau und Herr Neldner, die sich vor Ort um die Bungalow-Belange kümmern, waren
hilfsbereit und freundlich, dabei angenehm zurückhaltend; habe das sehr zu schätzen gewusst. Die Kommunika8on verlief reibungslos.
Ebenfalls sehr geschätzt habe ich den Umstand, dass der zweite Bungalow auf dem
Grundstück während meiner Anwesenheit leer stand. Das hat mir das Gefühl gegeben, für diese zwei Wochen tatsächlich einmal aus allen sozialen Zusammenhängen aussteigen zu können; als Mutter sonst unmöglich. Besonders dafür vielen Dank!
Es ist sehr hilfreich, dass das S8pendium nicht mit Aufgaben einhergeht: unbezahlte
Lesungen vor Ort, eine bes8mmte Textproduktion, bloggen etc. Und dass es keine
Altersbeschränkung gibt.
In den zwei Wochen der Residenz konnte ich effizient arbeiten, zu Hause hätte ich für das, was ich vor Ort geschafft habe, mindestens die dreifache Zeit benö8gt. Vor allem konnte ich vieles gedanklich sortieren und dazu: Zettel auf dem Boden des Bungalow-Wohnzimmers auslegen und sie zwei Wochen dort liegen lassen, wofür in unserer Familienwohnung kein Platz ist. Ich bin also sehr aufgeräumt zurückgekehrt."
