Aktuelle Literatur Quickie Posts!

Hier informieren wir Euch/Sie über die neuesten Wortschritte im Literatur Quickie Verlag, News rundum unsere Bücher, unsere Booklits und unsere Bühne.

15 Jahre - Jubiläum der Literatur Quickie Lesungen! Tätärä!

Mit der 297 Lesung  am 25 September 2022 werden wir 15 Lesejahre alt. Es begann alles mit dem großartigen Stevan Paul, der damals in der BAR 439 in der Vereinsstraße, das Wort am Tresen erhob und damit die kürzeste Literatur Lesung der Welt ins Lesen, nein, ins Hören rief. Seitdem sind gut 400 Autoren*innen bei uns aufgetreten und wir haben nicht vor unsere Bühne in Zukunft einzustellen. Danke an alle, unsere ungezählten Gäste*Innen.

Outwords am 16.10.

Die Ausgezeichneten

Prämiert werden kleinere und unabhängige Verlage, die sich durch ein außergewöhnliches Programm, kulturelles Engagement, innovative Projekte oder durch die Qualität ihrer verlegerischen Arbeit auszeichnen. Wir waren dabei. Danke.

Oktoberatur 2022   - WAS?

Nach seinen Vodka-Gesprächen kommt Arne Nielsen mit zwei lässigen Erzählungen im Herbst zum Literatur Quickie Verlag. Gefolgt von Andreas Moster, dem Gewinner der Herzen beim diesjährigen Bachmannpreis, der uns etwas vom Angeln erzählen wird. Und Katrin Seddig? Sie hat sich Gedanken über Turnhallen gemacht und wird uns in ihnen lesen lassen. Außerdem freuen wir uns auf Franziska Schubert, frisch gekürte Stadtschreiberin von Hamburg. Vergessen dürfen wir auch Ulrike Schrimpf nicht, die es gewagt hat, den Verleger Lou A. Probsthayn in diesem Jahr zu interviewen und ihn selbst vorab schon mit einigen Netzgesprächen  begeistern konnte. Und wer setzt das alles ins rechte Bild, Angela Dallmeyer, wie gut ist das denn.


Erlesenes von Hauke Harder auf Leseschatz.com

Literatur-Quickie am Beispiel von „Dorval, Quebec“ von Frank Schliedermann

Erzählungen to go. Diese Literatur-Quickies gehören in den Reigen der Leseschätze. Es sind besondere Texte in einem besonderen Verlag, der durch seine Erscheinungsform Literatur für den Alltag anbietet. Bücher, die Wartezeiten überbrücken, den Wein (ersatzweise: Bier, Whisky oder Kaffee) abrunden oder einfach pur gelesen werden können.

Es gibt diese kleinen Bücher schon seit Ewigkeiten für kleine Menschen, die sogenannten Pixi-Bücher. Nun gibt es diese auch für größer wirkende Leute. Es gibt unter anderem Literatur-Quickies von Friedrich Ani, Jan Drees, Ute Cohen, Maike Wetzel, Mirko Bonné oder Juli Zeh – diese Liste lässt sich natürlich noch beliebig verlängern. In den neuen Ausgaben ist auch Rainer Moritz vertreten und erzählt von einem Mann, der wie Martin Walser wohnen wollte, aber sich nie zu leben wagte. Alban Nikolai Herbst beschreibt in „Gläserne Zeit“ jene literarischen Türen, die uns stets in neue Welten hereinlassen – aber auch wieder heraus?

Ein neuer Literatur-Quickie liegt als Manuskript schon lange im Leseschatz. Frank Schliedermann beschreibt eine real überspitzte Situation in einem Pflegeheim. Dieser Text ist auch in einer wunderschönen, ins Englische übersetzten Ausgabe verfügbar. Frank Schliedermann hat bereits den Hamburger Literaturpreis erhalten und schreibt sehr lebendig und tiefgründig. Die Kurzgeschichte „Dorval, Quebec“ basiert auf einer wahren Geschichte, die sich 2020 in einem Pflegeheim in einer Kleinstadt nahe Montreal ereignet hatte. Sein treffsicherer Blick lenkt unsere Aufmerksamkeit auf diverse Missstände hin.

Der Alltag in einer Pflegeeinrichtung wird meist gewinnmaximierend durch die Betreiber organisiert. Dabei wird die Menschlichkeit oft reduziert. In guten Zeiten war genügend Personal da, um die Bewohner zu begleiten und ihnen stets behilflich zu sein. Dies ist jetzt oft nur noch als eine „Satt- und Sauber-Maschinerie“ wahrnehmbar. Was passiert in einer Einrichtung während der Pandemie? Was ist mit der Vereinsamung? Dies beschreibt Schliedermann sehr nahbar anhand weniger Charaktere und Situationen. Eine Praktikantin, die als die Neue mehr zu tun bekommt, als sie dürfte oder könnte. Alte Menschen, die auf Menschlichkeit hoffen und doch mehr in ihrer Vergangenheit oder Phantasie leben. Pflegekräfte, die an das Ende ihrer Kräfte geführt werden, weil durch Quarantäne immer weniger Kollegen erscheinen. Die Heimleitung versucht via Stream die Situation zu erklären und verhängt neue Maßnahmen. Am Ende wird nahezu das gesamte Personal aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr erscheinen und die Bewohner werden tagelang auf sich selbst gestellt sein.

Die Charaktere werden durch kleinste Kunstgriffe sehr lebendig und erhalten durch wenige Bilder große Geschichten. Der Mann, der von seinem Vater lernt, dass das Radio oft klüger ist, als man selbst, wird dann auf vielen Ebenen ein Opfer. Andere Bewohner kommen zu Wort, die sich demenzkrank in den Räumlichkeiten zurechtfinden müssen, solange sie sich noch frei bewegen dürfen. Der Alltag in einem Pflegheim wird sehr authentisch nachempfunden. Eine beklemmende und unter die Haut gehende Geschichte, die aber auch nicht an Humor spart.

Ein Quickie mit Nachhall.

Unser Titel. Seine Texte. Irrer Typ. Gunter Gerlach.

Irgendwann hieß es Demenz. Schon verschoben sich Worte, verwechselten sich Buchstaben.

Alles durcheinanderte, alles wurde absurd, nahezu komisch und da war vielleicht der Gedanke, dass das das war, was man schon immer geschrieben hatte: Absurde Geschichten. Anschließend kam die Angst, nie mehr zu schreiben und das schreiben zu können. Und dann? War es Zeit Gunter Gerlach ein „Lesmal“ zu setzen. Mit einem Buch: 

„Ein falsches Wort und du bist tot“, eine Sammlung seiner Kurzgeschichten. 

„Weshalb sind diese Erzählungen allesamt so ausnahmelos lesenswert? Gerlach beherrscht ja nicht nur mit leichter Hand die Kunst des Grotesken Humors, der nie zu Gänze ins Absurd abtaucht, sondern es höchstens streift. Er ist in diesem grotesken Anhub eben auch ein genauer Beobachter des furchtbar Bes9onderen und des wahnhaft Alltäglichen.“

Volker Alners, 12 Juni 2021, Hamburger Abendblatt.

Die Autorin Ulrike Schrimpf hat sich mit Lou A. Probsthayn vom Literatur Quickie Verlag unterhalten.

MOREHOTLIST-Interview vom 08. Juni 2022

Ulrike Schrimpf

Foto: Andrea Peller

Ulrike Schrimpf: Lou, du bist selbst Schriftsteller, hast diverse Romane in großen und kleinen Verlagen veröffentlicht, warst zusammen mit Gunter Gerlach u. a. Gründungsmitglied der Autorengruppe PENG und beschäftigst dich schon lange mit alternativen Präsentationsformen von Literatur. 2009 hast du zusammen mit Gunter Gerlach den Literatur Quickie Verlag gegründet. Warum?

Auch hier haben wir nach einer alternativen Verlagsform gesucht, nach einem neuen Prosa-Port, um die Literatur unter Leute und Leser zu bringen und um wenig administrativen Aufwand betreiben zu müssen. Wir hatten die Idee, Kurzgeschichten in Form von Booklets, die wir später Booklits tauften, einem Freecard-Verteiler, wie zum Beispiel Edgar Cards in Hamburg, zur Verfügung zu stellen. Um die poetische Produktion, sprich unser Programm, zu finanzieren, wollten wir die U3, die dritte Umschlagseite der Booklits, interessierten Firmen für ihren werblichen Auftritt anbieten, einen Auftritt in einem goutierten, anspruchsvollen Rahmen, nämlich inmitten guter Literatur. 

Wir wollten halt neben den Gratispostkarten Gratisgeschichten in die Bar-, Café- und Clubszene bringen. Und natürlich wollten wir auch, selbstverliebt in die eigene Idee, der neue Literaturkult in und aus Hamburg werden. Aber nach vielen Gesprächen haben unsere Geschichten es nicht in die Displays neben den Damen- und Herrentoiletten geschafft. Wir gründeten dann einen ganz „normalen“ Verlag, den Literatur Quickie Verlag, mit Vertreter*innen und Verträgen mit den Barsortimenten, dem ganzen Instrumentarium für eine kulturelle Initialisierung.

 

In drei Worten: Was zeichnet einen Literatur Quickie aus?

Kurz und gut.

 

Was reizt dich besonders an der literarischen Kurzform? Und warum ist diese allgemein in der deutschsprachigen Verlagswelt so verpönt?

Kurzgeschichten in einem Erzählband scheinen mir die Bonmots nach dem Erscheinen erfolgreicher Bücher zu sein, vielleicht eine beglaubigte Belohnung in Form eines Buches für einen veritablen Bestseller. Die Short Story selbst aber hat in ihren Anfängen keinen Erzählband gebraucht. Ihr Lesen spielte sich nicht in Büchern ab, sondern diese Art von Literatur verdanken wir ein wenig der im 19. Jahrhundert auflebenden Zeitungsindustrie. In dieser neuen Medienlandschaft war auch von Beginn an die Kurzgeschichte in ihrem angestammten, poetischen Zuhause. 

Kurzgeschichten boten auch immer eine Art Schreibraum für das Experimentelle, das Unausgesprochene, das Unbeantwortete und das Unbeliebte in der großen epischen Welt der Verlage. So nahmen sich viele Autoren*innen in ihnen Themen an, die tatsächlich nahezu nur in Kurzgeschichten zu finden waren, wie zum Beispiel die Nachbereitung der Nazivergangenheit. Lange Rede, langer Sinn: Wir wollten und wollen der Kurzgeschichte ihr Alleinstellungsmerkmal als unabhängige Publikation wiedergeben.

 

Die Idee, den Literatur Quicke Verlag zu gründen, entstand aus der gleichnamigen Veranstaltungsreihe, bei der ihr seit 2007 jede Woche Hamburger Autor*innen zu einer 17-minütigen Kurzlesung einladet. Warum dieser Fokus auf der Kürze der Texte und Lesungen, und inwiefern findet sich das Konzept der Veranstaltung in den Büchern wieder?

Das eine ist die gefakte Historie des Literatur Quickies, die in diesem Fall mein Mitstreiter Gunter Gerlach geschrieben hat. Er behauptete, dass ein Quickie auf dem Kiez in St. Georg oder auch St. Pauli lediglich 15 Minuten zwischen Freier und Frau in Anspruch nehmen würde, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. Warum sollte man das nicht auch mit einer reduzierten Erzählzeit von ungefähr 15 Minuten beim Zuhören erreichen können?

Die Erfahrung hat uns dann Recht gegeben, dass die Kürze der Lesungen und die Kürze der Literatur-Quickie-Publikationen den Leser*innen einen Appetizer auf die jeweiligen Autoren*innen geben. Sprich, wir haben alle Interessierten auf eine Kurz-Prosa-Strecke geschickt, die dann vielleicht zu einem Lang-Leser für den jeweiligen Autor geführt hat. Beweisen können wir das natürlich nicht, aber behaupten ist auch gut und auch irgendwie Literatur in ihrem ursprünglichen Sinn.

 

Du bist geschickt im Vermarkten deiner Bücher, geschickt auch im Netzwerken. Du veröffentlichst unbekannte Autor*innen, aber auch bekannte wie Juli Zeh, Ulrike Draesner, Nora Bossong und Michael Stavarič. Wie bringst du sie dazu, bei dir zu publizieren?

Ohne in Summen zu sprechen „verdienen“ Autor*innen im Rahmen des Literatur Quickie Verlags mehr, als wenn sie ihre Storys in einer Anthologie veröffentlichen würden. Dass die Anthologie so oder so die zum Buch gewordene Urne aller Kurzgeschichten ist, ruft nach einem eigenen Booklit in unserem Verlag. Und wir verneigen uns vor unseren Autoren*innen, die ihre Literatur Quickies im Rahmen ihrer Lebensläufe und Bibliografien neben ihren Hauptwerken erwähnen. Welcher Verlag in Deutschland wäre außerdem dazu bereit, lediglich eine Short Story für seine Autor*innen zu drucken? Wir kennen nur den einen, einen kleinen Literaturverlag in Hamburg …

 

Wer macht was in deinem Verlag? Bist du selbst alles in einer Person – Verleger, Lektor, Presse- und Marketingchef, Vertrieb etc. – oder hast du Mitarbeiter*innen?

Auffällig ist, dass in unserem kleinen Büro alle zwei Monate ein Bild von mir hängt mit der Unterschrift: „Mitarbeiter des Monats.“ Die anderen Hängungen sind Ulrike Köhn geschuldet, die den Verlag seit elf Jahren begleitet und vor allen Dingen für den Satz, das Layout, die Herstellung und das Marketing verantwortlich ist. Außerdem sagt sie mir ihre Meinung zu den Manuskripten. Der andere Rest vom Verlag findet sich ausschließlich in meiner Person wieder.

Du gehst mit dem Verlag bewusst neue Vertriebswege. So erfolgt der Vertrieb der Literatur Quickies in Cafés und Kaffeehäusern, Geschenkartikel- und Möbelgeschäften und Hotels und seit 2015 zusätzlich über den Verkauf in einem Online-Kiosk.

 

Welche Rolle spielt der Buchhandel für deine Bücher, und inwiefern ist es möglich, sich als Verleger wirklich unabhängig von ihm zu machen?

Im Falle des Literatur Quickies darf unser Verlag sich als autonom bezeichnen, denn wir sind nur bedingt auf den Buchhandel angewiesen. Unsere Prosa braucht lediglich eine Art Präsenzpflicht, vor allem auf den virtuellen Plattformen der Hugendubels und Konsorten, also der großen Buchhändler im Internet, die dem Literatur Quickie Verlag garantieren, dass unsere Titel gesehen und im Zweifel auch gekauft und gelesen werden. Durch den Eintrag unserer Publikationen im Verzeichnis Lieferbarer Bücher sind wir überall aufzulesen.

Aber unsere eigentlichen Umsatzzahlen generieren wir über unseren Online-Shop, über unser Abo auf Autoren*innen, über unsere Gute-Nacht-Geschichten für Gäste, die in diversen Hotels in Österreich, der Schweiz und auch in Deutschland auf den Kopfkissen ausliegen. Dabei handelt es sich in der Regel um Titel aus dem laufenden Programm. Gerne würden wir den einen oder anderen Buchhändler zum Freund fürs Lesen haben, aber bei unserem Prosapreis von drei Euro scheidet sich offensichtlich der Geist vieler Buchhändler*innen, und sie beginnen nicht die Geschichten, sondern die Gewinnmargen zu befragen. Natürlich wissen wir nicht, wie der Buchhandel es auf der anderen Seite schafft, mit Bonbons und Bleistiftanspitzern (schon gesehen) einen lohnenden Gewinn zu erzielen. Aber eigentlich wollen wir das auch schon lange nicht mehr wissen.

 

Wenn du möchtest, reden wir Tacheles: Wie viele Exemplare verkaufst du im Schnitt von den Literatur Quickies? Bist du damit zufrieden oder würdest du gerne höhere Umsatzzahlen erzielen?

Natürlich würde der Verlag mehr Umsatz machen wollen. Aber wenn ich Tacheles eine Antwort geben soll, muss ich ihm/ihr sagen, dass wir zum Frühjahr und zum Herbst fünf Kurzgeschichten drucken und sie als aufgeschnittenen Erzählband definieren und deklarieren, also zum „vollwertigen“ Buch erklären. Beim Abverkauf kommen wir auf einen Mindestverkauf von 3000 Exemplaren für alle fünf Publikationen, und das ist in unserem Fall die Untergrenze dessen, was wir verkaufen müssen, um den Untergang des Literatur Quickie Verlags zu vermeiden. Habe ich bis zu dieser Stelle schon einen dankbaren Knicks in dieses Interview eingestreut? KNICKS.

 

Dein Verlag hat in letzter Zeit zwei wichtige Preise gewonnen, 2020 die Hamburger Zukunftsprämie für Independent Verlage in Hamburg und 2021 den Deutschen Verlagspreis. Warum?

Ich muss einmal die Ziele der Preise zitieren: „Der Deutsche Verlagspreis und die Hamburger Zukunftsprämie dienen beide dem Ziel, einen Beitrag zum Erhalt einer vielfältigen deutschen Verlagslandschaft zu leisten. Insbesondere die kleinen, unabhängigen Verlage bilden eine zentrale Grundlage für die vielfältige und historisch gewachsene Buchkultur und einen lebendigen Literaturbetrieb in Deutschland. Der Deutsche Verlagspreis soll diese hohe gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung würdigen, bundesweit sichtbarer machen und dazu beitragen, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit kleiner, unabhängiger Verlage in Deutschland zu stärken.“

Wir scheinen über die Jahre hinweg etwas richtig gemacht zu haben und wir gehören ab sofort zur erwachsenen Buchkultur: Die Germanisten*innen und Historiker*innen dürfen jetzt gerne kommen.

 

Welche Eigenschaften muss ein Text haben, damit er dich interessiert? Auch damit er sich für einen Literatur Quickie qualifiziert?

Auf dem eingesandten Manuskript müsste Boris Vian, Henry Miller oder auch Arno Schmidt stehen, das wäre im Interesse eines sofortigen Verlegens. Ansonsten begegnen mir eine Vielzahl von Texten, die es nicht schaffen, unter meine Augen zu kommen – klingt wie „unters Auto kommen“ –, was in der Regel daran liegt, dass die Anmoderationen der Autor*innen so viele Absurditäten enthalten, mit denen sie sich und ihre eingereichten Texte gleich abqualifizieren. Ich sollte das Buch der Absagen publizieren. Wenn ich dennoch einen Text aus einer Datei auflese, habe ich so eine Art Dreisatz für Short Storys entwickelt. Wenn schließlich der vierte Satz mich nicht einlädt, in einen Text einzusteigen, stecke ich schon in der inneren Absage fest und suche nach Ausreden für den Ausstieg aus den Texten. Aber – ich habe auch immer ein Aber – ich habe unter anderem die großartige Irina Kilimnik verlegen dürfen, die sich mittels einer Mail bei mir beworben hat. In diesem äußerst seltenen Fall hat das zu einem Literatur Quickie geführt.

 

In letzter Zeit hast du dich auch an die Publikation von zwei Hardcovern gewagt. Du bezeichnest beide Bücher auf deiner Website als „Lieshaberstücke“. Was hat dich zu diesen Publikationen bewogen und wirst du diesen Weg in Zukunft weitergehen?

Auf jeden Fall! Ich werde Bücher verlegen, die andere Verleger*innen nicht verlegen und die die Vertreter*innen der Verlage nicht vertreten wollen. Das ist natürlich nur prosaische Polemik. Ich bin immer auf der Suche nach sprachlichen Herausforderungen, nach Literatur, die das gelernte Regelwerk des Schreibens verlässt, sich nach neuen Metaphern umsieht, Adjektive am besten nicht ausschreibt, sondern sie beschreibt, sich in neuen Schreib- und Erzählräumen bewegt: Es dürfen gerne verquere Bücher werden.

 

Was wünschst du dir für die Zukunft? Für dich und den Literatur Quickie Verlag? Für die Buchbranche im Allgemeinen?

Dass das E-Book wie von Beginn an ein Nischenprodukt bleiben wird, und dass das Buch ein Buch ist und bleibt. Wie sonst können wir Literatur mit allen Sinnen erfahren, wenn wir nicht diese Freunde zum Lesen an unserer Seite und ihre Seiten hätten. Und wenn der Carlsen Verlag unsere „Pixi-Bücher für Erwachsene“ übernehmen möchte, warum nicht!? Wir gründen dann einen neuen Lesemittelhandel mit Prosa-Pralinen, Krimikonfekt, Literaturhappen, mit allem, was süchtig nach Short Storys macht.

 

Link zum Interview:

https://morehotlist.com/2022/06/08/nachgefragt-der-literatur-quickie-verlag/


Kontakt

Literatur Quickie Verlag

Inh. Lou A. Probsthayn

Baumkamp 44

22299 Hamburg

 

Telefon: 040-51318692

Mail: info@literatur-quickie.de

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