Erzählungen
ISBN: 978-3-949512-56-8
20,00 €
inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten
Versandkostenfrei in folgende Länder: Mehr anzeigen Weniger anzeigen
„Arbeitet nie!“ schrieb einmal ein wütender Philosoph mit Ölfarbe an eine Pariser Hauswand. Genauso gut hätte er schreiben können: „Arbeitet immer!“ Es liefe auf dasselbe hinaus. Denn was ihm im Weg stand, war nicht Faulheit, sondern seine Unfähigkeit, die strenge Produktivität der Arbeitswelt von anderen, unsinnigeren Welten seines Lebens zu unterscheiden. Das hat er mit den Hauptpersonen dieses Buches gemeinsam: Sie alle haben es mit der Arbeit irgendwie vermasselt - nicht mit einer bestimmten Arbeit, sondern mit dem Konzept des Arbeitens insgesamt. Man könnte sie als Berufsuntätige bezeichnen - wobei sie alles andere als untätig sind. Nur folgt ihr Tun nicht den Regeln der Ökonomie und treibt gerade dadurch schöne, geheimnisvolle Blüten.
Nach seinem Kurzprosa-Debut „Wie sie im Vergnügungspark ihre Toten bestatten“ legt Veit Sprenger nun eine Sammlung größerer Erzählungen vor.
„Seine Erzählungen (...) sind eine Einladung in eine Welt, die nur knapp neben der unsrigen liegt und doch nach eigenen, ganz autonomen, fabelhaften, genuin poetischen Gesetzen abläuft.“
nachtkritik
VEIT SPRENGER
arbeitete als Krankenpfleger, Unterhaltungsmusiker, Haushaltshilfe, Erzieher, Lieferant und Journalist. Er studierte Medizin in Frankfurt a. M. und Theater in Gießen. Er ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe Showcase Beat Le Mot, mit der er weltweit mehr als vierzig Theaterstücke entwickelt und aufgeführt hat. Er war Co-Kurator internationaler Ausstellungen und Festivals und produzierte Kurzfilme, Musikvideos und Radiohörspiele. Als Autor und Theatermacher arbeitete er u. a. mit Thies Mynther (Phantom Ghost), Gudrun Gut, Alex Murray-Leslie (Chicks on Speed) und Andreas Dorau zusammen. Seine Schriften zum Theater wurden u.a. bei theater heute, tanz und kunstforum veröffentlicht und in mehrere Sprachen übersetzt.
Und spätestens da wird klar: Das sind alles Geschichten, die eigentlich die Narreteien unserer Gegenwart aufgreifen und so nur ein klein wenig ins Absurde abdriften lassen. In Routinen, die einem erstaunlich bekannt vorkommen, weil sie den Routinen einer Wirklichkeit ähneln, in der eine Menge Leute mit dem Vortäuschen emsiger Betriebsamkeit ihr Geld verdienen und anderen Leuten mit gelebter Arbeitsverweigerung das Leben schwer machen. Es ist eine Welt nur knapp neben unserer.
(Ralf Julke) Leipziger Zeitung, 02.04.2026
