STEVE RASNIC TEM – DAS LANGSAME FALLEN VON STAUB AN EINEM RUHIGEN ORT

Erzähltes

ISBN: 978-3-949512-28-5

Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort

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DAS LANGSAME FALLEN VON STAUB AN EINEM RUHIGEN ORT

„Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort“ ist die erste Kurzgeschichten-Sammlung von Steve Rasnic Tem, die nun in deutscher Übersetzung vorliegt, zu Wort gekommen im Literatur Quickie Verlag. Schon lange wartet man hierzulanden auf seine „spekulative Poesie“ und seine Prosa, die einen so unverwechselbaren Ton hat, dass von einem spezifischen „Temismus“ die Rede ist.

Tems Storys sind eigentümliche, beunruhigende Kurzgeschichten, die sich mit unseren menschlichen Abgründen, Abseiten und Ängsten befassen und uns das gesamte, auch irre Interieur unseres Innenlebens vor Augen führen. Sie bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Seltsamen und Schrecklichen. In ihrer subtilen Kraft und prosaischen Perfidität bleiben sie, einmal gelesen, unvergesslich.

Ein Buch voller surrealistischer Reiseberichte.

STEVE RASNIC TEM, wurde 1950 in Jonesville, Virginia geboren. Er hat Anglistik und Kreatives Schreiben studiert. Seit 1974 lebt er in Colorado. Bereits in den Siebzigern erschienen erste Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien, 1987 sein erster Roman „Excavation“. Seither hat er sieben Romane, fast fünfhundert Kurzgeschichten sowie Gedichte und zwei Anthologien als Herausgeber veröffentlicht.

 

Zuletzt erschien unter dem Titel „Rough Justice“ (2023) eine Sammlung seiner Crime-Storys. Ein selbst zusammengestelltes Best Of seiner Geschichten erschien 2019: „Figures Unseen. Selected Stories“. Seit den frühen Nullerjahren sind fünfzehn Sammlungen mit Tem-Storys auf Englisch erschienen, bereits in den Neunzigern erschienen seine Texte auf Französisch und in der Folge in zahlreichen weiteren Übersetzungen. Für seine literarische Arbeit wurde Tem mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. den World Fantasy Award, den British Fantasy Award und viermal den Bram Stoker Award. Viele Texte schrieb er gemeinsam mit seiner Frau Melanie Tem (1949-2015), mit der zusammen er auch den Creative Writing-Ratgeber „Yours To Tell“ verfasste.

 

Steve Rasnic Tem schreibt in fast allen Genres, im Zentrum seiner Arbeit stehen allerdings Horror und Weird Fiction, und er erweitert die Genregrenzen konsequent. Dabei hat er schon früh einen ganz eigenen Sound entwickelt, der längst unverwechselbar ist. Tem ist eine herausragende Stimme der amerikanischen Gegenwartsliteratur und ein Meister der Kurzgeschichte, wird von Schriftstellerkollegen regelmäßig gefeiert und wurde u.a. mit Kafka, Carver und Bradbury verglichen.

 

Mit „Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort“ erscheint zum ersten Mal eine Sammlung von Geschichten auf Deutsch. 

STIMMEN ZUM BUCH

„Auch in diesen Kurzgeschichten finden sich Spuren von grauenvoller und verrückter Phantasie. Sie steigert sich von Geschichte zu Geschichte. Was in der Ersten noch als traurige Realität erscheint, wird in der Nächsten zu zunehmender Verwirrtheit. Manche Geschichte liest man als dystopisches Grauen, andere als exaltierte Gesellschaftskritik. Am Ende, in der Elften und Letzten des Bandes, entfaltet Tem blanken Horror, wodurch diese für mich kaum lesbar war. Vielleicht musste es so enden? Vielleicht führten all die zuvor so fesselnden Stories unweigerlich dahin? … Besonders beeindruckt hat mich die Geschichte „Der Krankheitskünstler“, die in Hinsicht auf die Zunahme von Selbstdarstellung und Voyeurismus wie ein Bild unserer Zeit erscheint. — Leider fehlen Angaben zu den Erscheinungsjahren der einzelnen Geschichten. — Jerome, der Künstler, präsentiert auf einem hochkant gestellten Bett seinen leidenden Leib. Zu seinem Repertoire zählen Seuchen wie die Pest oder die Cholera, die ihm sein Arzt und Lebensgefährte einimpft. „Das Schwierigste ist, das richtige Ende zu finden. Du bist schwach und schmerzerfüllt, das Ausmaß von Schwäche und Schmerz hängt davon ab, wie viele der modernen Treibmittel du dich einzuwerfen entschlossen hast, um die alte oder weitgehend ausgerottete Krankheit zu pushen, die den Kern deiner Performance bildet. Zu viele (sic!), und deine Vorführung überzeugt nicht, zu wenige (sic!), und du bist durch Unwohlsein und drohendes Ableben so abgelenkt, dass du den Blick dafür verlierst, aus der Performance eine Kunst zu machen.“ Trotz des grauenvollen Anblicks und des Gestanks sind die Vorstellungen beliebt. Manche Zuschauer kommen mehrmals, um die Verheerungen am Körper des Künstlers zu verfolgen. Auch wenn diese Dystopie abwegig klingt, ist sie dennoch vorstellbar. Man denke nur an die selbstquälerischen Performances von Marina Abramović. Doch welchen Sinn findet das Publikum darin? Sucht es die Lust am Voyeurismus? Stellt es sich seinen Ängsten vor Krankheit und Tod? Oder ist es, ganz im Gegensatz, das zwanghafte Streben nach Reinheit?Jede einzelne Geschichte in „Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort“ bietet einen weiten Spielraum für Interpretationen. Ob die Originale ebenfalls in einen Band und in dieser Reihenfolge vorlagen, geht aus den Angaben des Verlags leider nicht hervor. Die gewählte Abfolge bietet sich allerdings an, da sich die Stories, wenn auch nur andeutungsweise, aufeinander beziehen. Protagonisten früher Geschichten werden zu Nebenfiguren der folgenden. Dies fördert zusätzlich die Steigerung des Unheimlichen. Es mag der Staub sein, der die Kurzgeschichten als äußerliches Motiv eint, in ihrem Inneren verbinden sie die wiederkehrenden Themen Verlust und Einsamkeit sowie Krankheit und Tod. Doch Tem lässt seine Figuren, wie seine Leser, nicht damit alleine, er schenkt ihnen Erinnerungen und Träume, um ihren Gefühlen und Geliebten erneut nahe zu sein.“

Kerstin Pistorius, ATALANTES HISTORIEN- Literatur Geschichte, Juni 2024

Hinter all dem Abgründigen, hinter all dem Schrecklichen offenbaren sich mitunter tiefschürfende Gedanken, philosophische Betrachtungen oder, so etwa wie in „Der Krankheitskünstler“, die beängstigend und gegenwärtig wirkende Dystopie einer aseptischen Gesellschaft. Aber man muss dem Autor darin gar nicht folgen, um dem magischen Reiz dieser eigentümlich verstörenden und seltsam-ergreifenden Texte zu erspüren. Einlassen muss man sich allerdings schon auf diese „absolute Unmöglichkeit der Welt“, die zu entdecken – und zu erfahren – nun auch in deutsche Sprache möglich ist.

 Amir Shaheen, ROCKS – Magazin, Juni 2024

„Männerbuch der Woche, 12te KW. – Der amerikanischer Erzähler Steve Rasnic Tem führt uns mit dem wunderbaren Band »Das langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort« in die heimelige Welt des Unheimlichen … Nun ist das allererste Mal eine Auswahl an Geschichten auf Deutsch veröffentlicht. „Erzähltes“ lautet die Genre-Bezeichnung, was eine gute Idee ist. Denn so, wie man aus gutem Grund bald darauf verzichtet, sich irgendwie darauf festzulegen, wie das germanistisch betrachtet heißt, was man da liest (postmoderne Horror-Stories oder Weird Fiction oder moderne Gespenstergeschichten, immerhin ist Tem Träger des Bram Stocker Award), so wenig bedarf es einer exakten Genre-Zuordnung. Allein, wie er einen immerwieder aufs Neue aus einem scheinbar geordneten Alltag herauswirft, nur wenige Andeutungen dafür braucht, manchmal knappe Landschaftsbeschreibungen einsetzt und wie er mit Spannung(en) (Stephen King ist ein Fan von ihm), aber auch erzählerischen Auslassungen arbeitet, überzeugt so sehr, beeindruckt auch, wie kann es sein, dass man von diesem Erzähler hierzulande noch nichts erfahren hat? Mithin: Was hier geleistet wurde, ist Pionierarbeit.

Frank Keil, Männerwege, März 2024

 

 

Der Erzählungsband trägt den wundersamen Titel "Das Langsame Fallen von Staub an einem ruhigen Ort" und ist nicht weniger als eine literarische Sensation! Für mich ist das Buch eines der bewegendsten, hintergründigsten, auch stilistisch gelungensten, die ich seit langem gelesen habe. Dreh- und Angelpunkt von Tems Schreiben ist die untrennbare und gleichzeitig fließende Verschlingung von – angeblicher – Wirklichkeit und Fantastik. Die Texte des Schriftstellers sind von Schatten bevölkert, Geistern, Untoten, Verzweifelten, Einsamen und Wahnsinnigen, die alle so lebendig, real, berührend und auch auf gewisse Weise normal sind, dass eben kein plattes Horrorkabinett entsteht, sondern ein vielseitiges, tragikomisches Bild vom Leben.“

Ulrike Schrimpf, CultureMag, April 2024

 

„Es sind Alltagssituationen, unaufgeregt, bei denen ich nichts Arges zu erwarten habe. Doch langsam Schritt für Schritt geht es ins Abseits, wird es langsam unwirklich, entwickelt sich ein subtiler Schauer, bis das Grauen sich wie ein Zelt über den Leser stülpt … Steve Rasnic Tem, der für mich auch einen ungewöhnlichen Namen trägt, hat hunderte von Geschichten geschrieben, in fast allen Genres. Im Zentrum seiner Arbeit stehen allerdings Horror und Weird Fiction, und er erweitert die Genregrenzen konsequent. Berechtigt wird er mit Franz Kafka oder Ray Bradbury verglichen … Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Wer sich auf diese Texte einlässt, bekommt ein ungewöhnliches Leseerlebnis.“

Dr. Ellen Norten, Kultur Extra – Das Online Magazin, 22. Mai 2024

Eigentlich sind es Einsiedler- und Eigenbrötler-Geschichten, die der us-amerikanische Autor Steve Rasnic Tem schreibt. Geschichten vom Rand einer Gesellschaft, die aus lauter Rändern besteht und keine Mitte mehr kennt. Geschichten, die wie eine Fortsetzung der Short Stories von Raymond Carver wirken, fortgesetzt da, wo selbst die letzten Rituale gesellschaftlichen Miteinanders nicht mehr existieren. Die entfesselte Konsumgesellschaft macht die Menschen zu Eremiten.

Willkommen in der Gegenwart könnte man sagen. Auch wenn es erst einmal nur die Radikalisierung des amerikanischen Traums ist, der sich als Albtraum erweist, als eine Welt, in der sich Menschen immer mehr in ihr Gehäuse zurückziehen und Begegnungen mit den verstörenden anderen nicht nur meiden, sondern auch fürchten …

Kann sein, dass man nach Lesen dieser Sammlung keine Lust mehr hat, die USA zu besuchen und sich diese Tragödie auch noch von Nahem anzuschauen. Die Geschichten erklären einiges davon, was dieses einst so verlockende Land so leer und wütend gemacht hat. Eine Wut, die aus einer tiefen Verlorenheit kommt, auch einer gewaltigen Verlassenheit. Absolute Freiheit ist eine Katastrophe. Sie bindet sich an nichts mehr. Und sie macht absolut einsam.

Im Grund erzählen Tems Geschichten genau davon.

Ralf Julke, Leipziger Zeitung, Juni 2024


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